Lob für die Schweiz

Einstein-Brief kommt unter den Hammer

publiziert: Freitag, 17. Feb 2012 / 15:41 Uhr

Luzern - Albert Einstein schätzte Kleinstaaten und sah in der Schweiz ein Vorbild. Das geht aus einem Brief hervor, den er 1917 an den späteren deutschen Aussenminister Walther Rathenau schrieb. Der Brief wird im Juni im Luzerner Auktionshaus Fischer versteigert.

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In dem Brief, über den die Galerie Fischer am Freitag informierte, äussert sich Einstein zu Rathenaus kurz zuvor erschienenem Buch «Von kommenden Dingen». Er sieht darin eine «weitgehende Übereinstimmung» mit der eigenen Lebensauffassung. Nicht einverstanden ist er mit der Funktion, «die Sie dem Staate geben».

Nach seiner Überzeugung, so Einstein, sollten die Träger wirtschaftlicher Interesse keine Militärwaffen in der Hand haben. Wenn dieses Ziel nicht anders zu erreichen sei, dann würde er bei der grossen neuen Schuldenlast der einzelnen Staaten «einen allgemeinen Staatsbankrott vorziehen».

Einstein wendet sich generell gegen Gross-Staaten. Der Staat scheine ihm nur berechtigt als Träger gemeinnütziger Institutionen wie Krankenhäuser, Universitäten, Polizei etc. Deshalb sehe er nicht ein, wozu Staaten wünschbar sein können, die die Provinz Brandenburg an Grösse übertreffen.

Nur in kleinen Distrikten könne ein Volksstaat dauernd Bestand haben. In dieser Beziehung sei ihm die Schweiz ein Vorbild, nur dass dort die Einzelstaaten so klein seien, dass sie die oben angedeuteten Funktionen kaum bewältigen könnten. Er wisse aber, dass sich die Welt nicht seinen Wünschen gemäss gestalten werde, schliesst Einstein.

Aus Schweizer Privatsammlung

Wie die Galerie Fischer mitteilte, stammt der Brief Einsteins aus einer Schweizer Privatsammlung. Eine Nichte Rathenaus, die Schriftstellerin Ursula-Ruth von Mangoldt-Reiboldt, hatte das Dokument dem Vater der heutigen Besitzerin geschenkt.

Walther Rathenau (1867-1922) schlug nach naturwissenschaftlichem Studium eine wirtschaftliche Karriere ein, bevor er nach dem Ersten Weltkrieg in die Politik wechselte. 1922 wurde er Reichsaussenminister. Im Juni 1922 wurde der liberale, jüdische Politiker von einem Rechtsradikalen ermordet.

Die Galerie Fischer hatte 2009 bereits Einsteins Doktoratsurkunde der Universität Zürich (1906) und das Doktordiplom der Universität Genf versteigert. Die Dokumente gingen für 300'960 respektive 102'000 Franken weg. Der nun neu entdeckte Brief an Rathenau wird mit einer Schätzung zwischen 25'000 und 35'000 Franken ausgerufen.

(bert/sda)

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