Rekordsumme für Leonardo da Vinci Gemälde bei Christie's
450 Millionen Dollar für Jesus in Öl
publiziert: Montag, 20. Nov 2017 / 18:17 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Nov 2017 / 15:29 Uhr
Salvador Mundi von Leonardo da Vinci (um 1500)
Salvador Mundi von Leonardo da Vinci (um 1500)

New York - Am Mittwoch, 15. November 2017 Abends wurde das Bild «Salvator Mundi» von Leonardo da Vinci in New York bei «Christie's» versteigert. Ein privater, bis jetzt unbekannter Bieter erhielt für umgerechnet 383 Millionen Euro (450 Millionen Dollar) den Zuschlag. Wie kam es dazu? Hintergründe zu dem Bild und seinem Maler. Ist es wirklich ein Original von da Vinci? Einige Fachleute haben Zweifel.

Geschicktes Marketing von «Christie's»

Das Gebot kam per Telefon. Ein Mitarbeiter des renommierten Auktionshauses «Christie's» in New York nannte die Summe, die schliesslich als höchste, jemals bezahlte Kaufsumme für ein Gemälde in die Geschichte eingehen sollte: 450.312.500 Dollar! Der Bieter ist anonym. Das Bild bleibt damit weiterhin in Privatbesitz.

Wie kann ein einzelnes Bild so eine astronomische Summe erzielen?

Zum ersten Mal beauftragte das Auktionshaus eine Werbeagentur, für ein einzelnes Bild in den richtigen Kreisen Interesse zu wecken. Als der «Heilige Gral der Kunstszene» und als der letzte «da Vinci» in Privatbesitz wurde es beworben. Über ein Jahr lang zeigte «Christie's» das Bild in New York, London, Hongkong und San Francisco. Wo auch immer das Bild in nächster Zeit hängt, die Öffentlichkeit wird sehr wahrscheinlich keine Gelegenheit zum Bewundern finden. Allein die Kosten der Versicherung, im Schnitt ein Promille des Wertes, verhindert eine öffentliche Ausstellung in einem Museum.

Was weiss man über das Gemälde?

Das Bild «Salvator Mundi» (Latein: Erlöser der Welt) ist in Öl auf einer Tafel aus Walnussholz entstanden. Es zeigt Jesus Christus als frontale Abbildung mit segnender Geste. Experten datieren die Entstehung des Bildes auf die Zeit um 1500.
Die Kunstszene diskutiert bis heute, ob das Bild ein hundertprozentiger «da Vinci» ist. Als sicher gilt, dass Leonardo da Vinci die Grundskizze anfertigte. Mehrere Expertise gehen von einer Komplett-Arbeit des Meisters aus. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse anderer Untersuchungen auf eine «Werkstatt-Arbeit» hin, an der mehrere seiner Schüler mitgewirkt haben könnten.
Auffällig ist die Ähnlichkeit mit der zweifelsfrei von da Vinci erschaffenen «Mona Lisa», die im Louvre öffentlich zu bewundern ist. Daher ist «Salvator Mundi» auch als «Die männliche Mona Lisa» bekannt. Im 17. und 18. Jahrhundert soll sich das Bild im Besitz der englischen Königsfamilie unter Karl I. befunden haben. Danach verliert sich seine Spur bis zu einer Ersteigerung 1958. Im anschliessenden Privatbesitz wurde das stark verfremdete Bild mehrfach aufwendig restauriert bis die originalen Farben ans Tageslicht kamen.

(ps)

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